Archive for the ‘Medientheorie’ Category

Protest gegen US Gesetzesvorlagen und die mögliche Internet Zensur für US Amerikaner (aktualisiert)

Imagine a World Without Free Knowledge

Imagine a World Without Free Knowledge

Für 24 Stunden werden verschiedene US Webseiten am 18.01.2012 offline gehen. Der Grund sind die Gesetzesvorhaben Sopa (Stop online Piracy Act) und Pipa (Protect IP Act).  Mit Hilfe dieser beiden Gesetze wird es Internet Providern und Suchmaschinen ermöglicht ohne Gerichtsverfahren sogenannte “Schurkenseiten” auszufiltern.  Die Definition der “Schurkenseiten” ist ungenau und daher gibt es die Befürchtung, dass beide Gesetze unter anderem auch gegen unliebsame Wettbewerber eingesetzt werden könnten. Daher sind beide Gesetzesvorhaben bei Experten und zunehmend auch bei US Politikern umstritten.

Die Informationsfreiheit von US Amerikanern ist in Gefahr. Zudem schreibt die Electronic Frontier Foundation (EFF), dass durch Sopa viele Arbeitsplätze in den USA vernichtet werden. 

Jay Walsh von der Wikimedia Foundation hat zu dem geplanten Protest eine Pressemitteilung “English Wikipedia to go dark January 18 in opposition to SOPA/PIPA” herausgegeben. Ein Beispiel welche Auswirkungen dies haben könnte, hat der Spiegel in dem Artikel “Murdoch nennt Google Piratenführer” beschrieben.  

US Webseiten die morgen aus Protest abschalten

  • Die englischsprachige Wikipedia
  • Die Mozilla Foundation wird am Mittwoch Offline gehen und Informationen zu dem Gesetzesvorhaben veröffentlichen
  • Reddit wird für 12 Stunden statt seiner Webseiten Informationsseiten anzeigen
  • Tucows wird für 12 Stunden seine Download Seiten mit einer Sopa Informationsseite überlagern

Wie kann man die amerikanischen Freunde unterstützen? Es gibt die Webseite stopcensorship.org. Dort kann sich jeder eintragen und dann wird US Senator Wyden die eingetragenen Namen im Rahmen eines Filibuster (Weitere Info über Filibuster aus der deutschen Wikipedia)vortragen.

 

Das World Wide Web ist 20 Jahre alt … und hat mein Leben beeinflusst

Am 21.07.2011 ist das World Wide Web 20 Jahre alt geworden. Das Relikt aus den Zeiten des kalten Krieges hat sich durch Tim Berners Lee Ideen zur Informations- und Kommunikations Plattform gewandelt. Doch wie hat alles begonnen? Der damalige Arbeitgeber CERN gibt darüber Auskunft.

1989 erfand Tim Berners Lee das World Wide Web am Kernforschungsinstitut CERN um Forschungsergebnisse mit seinen wissenschaftlichen Kollegen in aller Welt automatisch austauschen zu können. Zu dieser Zeit hatte CERN Kontakte zu mehr als 8.000 Wissenschaftlern in 60 Ländern der Erde.

Tim Berners Lees Vision war ein Hypertext System, mit dem Personal Computer (PCs) über ein Netzwerk die Informationen austauscht. Zusammen mit Robert Cailliau verfeinerte er das System und so konnte Ende 1990 eine Präsentation des  Prototyps stattfinden. Der angeschlossene PC hatte ein NeXT Betriebssystem mit dem ersten komfortablen Browser. 1991 wurde ein einfacher Browser, ein Webserver und eine Bibliothek für Entwickler allen Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt.

Kurze Zeit später stand dies im Internet zur Verfügung und die Internet Community sorgte für Weiterentwicklung. Das Stanford Linear Accelerator Center (SLAC) in Kalifornien war nach CERN das erste Institut mit World Wide Web im Internet. Ende 1993 gab es 500 Webserver. 1994 gab es 10.000 Webserver mit weltweit 10 Millionen Nutzern. Fast alle Webseiten der ersten Stunde sind verloren gegangen. Hier die Webseite der ersten Präsentation vom 03.November 1992.

 

The World Wide Web project 03.11.1992

The World Wide Web project

Das neue Medium World Wide Web interessierte mich neben Newsgroups, Datex-P, BTX und Datenfernübertragung. Da gab es viel Potential zur Weiterentwicklung.

CERN und die weiteren Entwickler beschlossen, dass das World Wide Web als offener Standard weitergeführt werden soll. Dazu wurde im Oktober 1994 das World Wide Web Consortium (W3C) gegründet. Tim Berners Lee verlässt das CERN um am MIT für das W3C zu arbeiten. Europas erster W3C Host wurde 1995 durch INRIA zur Verfügung gestellt. HTML, Style und Grafik wurden 1995 durch das W3C präsentiert.

1995 entwickelte ich Webseiten. Eine historische Präsentation gibt es heute noch im Internet.

 

Stanford University Homepage von 1996

Stanford University Homepage von 1996

Eine weitere Webseite der Stanford Universität aus dem Dezember 1996.

 

Keio University Home Page 1996

Keio University Home Page von 1996

Die Keio Universität in Japan startete 1996 den ersten asiatischen W3C Host. Seit 1996 gebe ich Unterricht über unterschiedliche Themen zum Bereich Internet, Webseiten Entwicklung und Bildbearbeitung. Einige Jahre später entwickelte ich zusammen mit dem europäischen Marketing die erste Version von Service Webseiten für Toshiba Deutschland/Österreich.

  Ein weiterer Meilenstein war 1997. Hier präsentierte das W3C das Document Objects Modell (DOM).  2001 startete das semantische Web und es gab erste Qualitäts Sicherungs Maßnahmen. Seitdem gibt es eine kontinuierliche Weiterentwicklung.

Aktuell wird an der HTML Version 5 und Cascading Style Sheet (CSS) Version 3 gearbeitet. HTML, CSS, und Javascript bieten viel Potential zur Entwicklung des World Wide Webs. Auch die Geräte zur Nutzung des Internets sind heute vielfältiger. Internet kann mit modernen Fernsehern, Computern, Smartphones, Tablets und Spezialgeräten wie Auto, Kühlschränke, Mikrowellen genutzt werden. In Zukunft wird das World Wide Web mehr mit mobilen Geräten genutzt werden. Dazu die werden tragbare Geräte mit modularer Technik kombiniert. Die Cloud wird der jederzeit verfügbare Speicherplatz, der zudem auch mit anderen geteilt werden kann. Zeitweise hohe Rechenleistung wird durch gemietete Rechnerangebote in der Cloud abgewickelt.

 

Nachlese zur re:publica 11

Die re:publica findet seit 2007  jedes Jahr im FriedrichstadtPalast, Berlin statt. Dieses Jahr war das Motto Die Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft. Sie ist Europas größte Konferenz zu verschiedensten Themenbereichen wie Kultur, Medien, Kunst, Technik und Politik.

re:publica 11

Dieses Jahr gab es 297 Redner und Themen. Der Vortrag von Gunter Dueck zum Thema “Das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem” war herausragend. Prof. Dueck hatte bei IBM gearbeitet und kümmerte sich dort um Fragen zu Strategien und den kulturellen Wechsel durch das Medium Internet. Der Vortrag wurde in You Tube abgelegt und möchte ich Euch empfehlen.

 

 

 

 

Was bedeutet “Information” im Kontext der Informatik

Der Begriff Information ist in der römischen Antike zum Beispiel durch Cicero als Vorstellung der Götter “informatio dei” genutzt worden. Augustinus hat mit “informatio sensus” den Prozess der sinnlichen Wahrnehmung auch als Unterweisung und Belehrung abgeleitet. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde “informare” für die Tätigkeit der Benachrichtigung genutzt.

Der Mathematiker Claude E. Shannon definierte 1948 in seinem Aufsatz ” A Mathematical Theory of Communication” den Begriff Information im Kontext der Nachrichtentechnik. Daraus entstanden Wissenschaftsbereiche wie Informationswissenschaft und Informatik. Aber auch die Disziplinen Soziologie, Medientheorie und Philosophie wurden dadurch beeinflusst.(1)

 

Betrachten wir die nun den Prozess der Entstehung von Information und Wissen

Daten sind in der Informatik Zeichen, die meist maschinenbearbeitbar sind. Stehen diese Zeichen im Kontext einer Bedeutung, dann werden aus strukturierten Daten Informationen. Aus Informationen wird Wissen, wenn Menschen durch Beobachtung oder Erfahrung auf Zusammenhänge schließen. Nach der Philosophie Kants wird dies mit durch den Verstand kontrollierte Vernunft erreicht.

Beispiel

Daten08937432
Information (durch Kontext “Telefonnummer”)08937432
Wissen (durch Erfahrung oder Beobachtung: München hat die Vorwahl “089″)08937432

 

In diesem Zusammenhang gibt es eine asiatische Sichtweise, die ein berühmter asiatischer Philosoph schrieb (2)

Die Nichtwissenheit wissen
ist das Höchste.
Nicht wissen, was Wissen ist,
ist ein Leiden.
Nur wenn man unter diesem Leiden leidet,
wird man frei von Leiden.
Daß der Berufene nicht leidet,
kommt daher, daß er an diesem Leiden leidet;
darum leidet er nicht.

 

Quelle: (1) Alexander Roesler/Bernd Stiegler “Grundbegriffe der Medientheorie”; (2) Laotse

 

Grafische Darstellung des Internet

Das Ziel des Opte Projekts ist eine grafische Kartografierung des Internets. Das Bild aus dem Jahr 2005 zeigt weniger als 30 % des Internets basierend nur auf Klasse C Netzwerken.

Internet Karte der Klasse C Netzwerke

Internet Karte

Die Linien sind farblich entsprechend der RFC 1918 Addressbereiche gekennzeichnet:
Dunkelblau: net, ca, us
Grün: com, org
Rot: mil, gov, edu
Gelb: jp, cn, tw, au, de
Magenta: uk, it, pl, fr
Gold: br, kr, nl
Weiß: unbekannt
 

Das Internet im Wandel – von Web 2.0 zu Web 3.0

Das Internet verbindet verschiedene Computer und Netzwerke miteinander und stellt den verschiedenen Benutzern Dienste zur Verfügung.

Internet

Internet

Über die Server werden die verschiedenen Computer ( Host ) verbunden. Die Server stellen die Dienste zur Verfügung und die Anwender nutzen die angebotenen Leistungen. Jeder Computer bekommt eine IP-Adresse (Internet Protokoll Adresse). Mit Hilfe dieser Adresse ist jeder Computer in dem weltweiten Netzwerk zu finden.

Unter anderem stehen im Internet diese Dienste zur Verfügung

  • e-mail: Die elektronische Post ist einer der meist genutzten Netzdienste. Es ist vergleichbar mit einem normalen Brief. Es gibt einen Briefkopf, die Adresse des Empfängers, des Absenders und ein Feld für den Betreff. Dann folgt der Inhalt des Briefs.
  • news: Das Usenet ist das schwarze Brett im Internet. Hier kann man sich gut informieren oder auch über viele verschiedene Themen diskutieren. Es wird zwischen offenen und geschlossenen Benutzergruppen unterschieden. Während bei den offenen Benutzergruppen jeder einen Beitrag leisten kann, bieten gerade geschlossene Benutzergruppen einen gewissen Schutz vor Werbemails. Natürlich gibt es auch deutschsprachige News wie das CL-Netz oder das deutsche Schulnetz.
  • Telnet: Mit Hilfe des Telnet lassen sich andere Rechner über das Internet fern steuern. Dies bietet den Vorteil, daß man Computer mit großer Leistung aus der Ferne nutzen kann.
  • FTP (File Transfer Protocol): Durch das File Transfer Protokoll lassen sich Dateien übertragen. Bei den meisten FTP-Servern kann man sich anonym die Daten holen (Download). Zum Übertragen von Daten (Upload) muß man sich im Regelfall identifizieren.
  • WAIS: Ein weitere Suchhilfe für Dokumente bietet das Wide Area Information Servers. Als Antwort bekommt man eine Liste von Verweisen auf die gesuchten Dokumente.
  • WWW: Der bekannteste Dienst ist das World Wide Web. Dort kann man grafisch aufbereitete Seiten mit Hilfe eines Hypertext Systems betrachten. Das WWW bietet volle multimediale Unterstützung. Diese wird hauptsächlich durch die Hardwareausstattung des Rechners beschränkt. Allerdings wird im WWW auch viel Datenmüll angeboten. Daher sollte die Funktion der Suchsysteme bekannt sein. Ohne diese ist ein sinnvolles Arbeiten nicht möglich.
  • IRC: Eine weitere Möglichkeit der interaktiven Kommunikation bietet der Internet Relay Chat an. Hier können sich zwei oder mehrere Personen mit Hilfe der Tastatur unterhalten. Es hat sich teilweise eine spezielle Sprache herausgebildet die von Profis benutzt wird.

Heute gibt es Web 2.0

Durch Web 2.0 hat sich das Internet verändert. Dienste wie WAIS sind durch neue Funktionen ersetzt worden. Viele
Teilnehmer nutzen jetzt

  • Wiki: Das Wort Wiki kommt aus Hawaii und bedeutet „schnell“. Ein Wiki ist eine Informationssammlung, die von jedem gelesen und bearbeitet werden kann.
  • Blog: Ein chronologisch geführtes Tagebuch, dass im Internet meist öffentlich lesbar ist. Der Blog dient zum Austausch von Gedanken, Informationen und Erfahrungen.
  • Foto- und Video Portale: Das sind Webseiten, die Fotos- oder Videos zur Verfügung stellen. Jeder kann eigene Fotos oder Videos hoch laden und zur Verfügung stellen.

Die Zukunft: Das semantische Web ( Web 3.0 )

Es wird auch am semantischen Web gearbeitet. Manche nennen dies auch Web 3.0. Im semantischen Web werden die Informationen durch Computer immer wieder in neue Beziehungen gesetzt. Dadurch lassen sich Erkenntnisse gewinnen, die für Menschen vorher nicht sichtbar waren. Dies geschieht meist durch Mashups. Verschiedene Firmen unterstützen Mashup durch Software, wie zum Beispiel Mozilla UbiquityIntel, Yahoo und IBM.

Fazit:

Schauen Sie sich die Mashups an und starten Sie mit in die Zukunft!

Hier kommt die kommunikative Wende durch den Wandel der Medien zum Vorschein.

 

Erfassen von Informationen und deren Quellen

Die Strategien des Informationsmanagement zeigen die allgemeine Vorgehensweise auf. Nachdem der Informationsbedarf und das Design geklärt ist, werden Inhalte für die Webseite gesammelt. Das können unstrukturierte und strukturierte Informationen sein.

Bei unstrukturierten Informationen empfiehlt sich die Daten zu kategorisieren. Dadurch lassen sich die Daten später leichter verwenden. Webseiten leben durch Veränderung und die kategorisierten Daten lassen eine mehrfache Wiederverwendung zu. Zudem können die Daten leichter wiedergefunden werden.

Strukturierte Informationen stammen meist aus Datenbanken, Wikis, Tabellen, Mindmaps und weiteren Quellen. Je nach Quelle können die Informationen mehr oder weniger einfach in die Webseiten eingefügt werden. Meist werden die Informationen umgeformt. Dazu gibt es unterschiedliche Techniken.

Wichtig ist auch die Dokumentation der eingesetzten Quellen, Techniken und deren Besonderheiten.

 

Die Videoschreibmaschine – intermediale Verbindungen im Internet

Intermediale Verbindungen auf der Schreibmaschine? Das ist die Kunst eine Verbindung zwischen den verschiedenen Medien Text, Bild, Video, Ton, Oberflächen, Gerüchen und Zeit herzustellen.

Gewiss, die Schreibmaschine ist hier nur im übertragenen Sinne zu sehen …

Unterschiedliche Medien bringen Spannung durch Ihre Verschmelzung. Eine Differenzierung durch Intervalle, Brüche und dergleichen ist möglich. Die Zeit als Medium ändert die Betrachtungsweise.

Brüche sind im Internet willkommen, da die Aufnahme von Medieninhalten im Computer durch den ständigen Wechsel der Programme und Informationsquellen ein natürlicher Prozess ist.

Hansen-Löves Begriffsdefinition von 1983, der Konfiguration, zeigt die Wort-Text und Bild-Text Beziehung als Inszenierung eines Mediums in einem anderen Medium auf. Durch die Verarbeitungs-, Speicher- und Übertragungsprozesse auf dem Computer, der universellen Verarbeitungsmaschine für fast alle Medien, lassen sich diese Spannungen aufbauen und auch abbauen.

  • Die erste Stufe der von Intermedialität ist die mediale Modulation. Ein Beispiel wäre der Übergang von Sprache zu handgeschriebenen Druckschrift. Über Druckschrift mit fester Schriftweite im Computer zu geschwungener Proportionalschrift.
  • Die Stufe Zwei betrifft die Kopplung von Bild und Text. Dazu gehören Benutzerschnittstellen, Design und die Verknüpfung der Information.
  • Die dritte Stufe ist die konzeptionelle Übertragung und stellt sich dadurch dar, dass hier kein Wechsel des Mediums stattfindet. Es wird statt dessen innerhalb der Möglichkeiten des gewählten Mediums eine Inszenierung stattfinden.

Quellen:
Aage Hansen-Löve
, “Intermedialität und Intertextualität. Probleme der Korrelation von Wort- und Bildkunst – Am Beispiel der russischen Moderne, 1983

Video der Universität Regensburg

Video von Ralf Jäger, Medieninformatiker